Lightning Netzwerk: Bitcoin wird blitzschnell.

Die Atmosphäre in der Bitcoin Community war selten besser: ein feindlicher Angriff auf das Netzwerk wurde im August 2017 erfolgreich durch die Community Initiative UASF abgewehrt, und hat zudem auch für die langersehnte Einführung des „SegWit“ genannten Upgrades des Bitcoin-Protokoll gesorgt. Ein Grund für die Euphorie, abgesehen davon, das SegWit hauptsächlich ein Sicherheitsupdate ist, liegt darin, das SegWit die Voraussetzung für die Aktivierung des Lightning-Netwerks war. Und das bedeutet:

Blitzschnelle Transaktionen, super billig! Bezahlen in Echtzeit.

Sobald man einmal eine Verbindung mit dem Lightning (LN) Netzwerk hergestellt hat, kann man Zahlungen in sekundenschnelle ausführen. Die übliche 10-Minuten Wartezeit für eine Bestätigung in der Bitcoin Blockchain gibt es nicht mehr.

Es wurden bereits Ende 2017 einige Tests durchgeführt, doch seid Mitte Januar hat die Bitcoin Gemeinschaft mit grosser Begeisterung begonnen,  erste Versionen der Lightning Software im Bitcoin Testnetz zu testen. Das Testnetz ist sozusagen eine Spielwiese, eine kleine Version des Bitcoin Netzwerks, die mit Test-Bitcoins betrieben wird, so das Entwickler von Apps wie z.B. Wallets, sich dort austoben können. Obwohl die Lightning Entwickler noch keine offizielle Version für das Hauptnetz herausgegeben haben, wagen sich dennoch immer mehr Bitcoin-Enthusiasten, ihre Lightning-Knoten (auch Nodes genannt), auch im Hauptnetz zu betreiben. 

Zur Zeit sind ca. 540 Nodes online, die bereit sind, Lightning Zahlungen zu empfangen, senden – oder weiterzuleiten. Denn das Lightning-Netzwerk ist ein p2p Netzwerk, das quasi Zahlungen von einer Node zur nächsten weiterleitet, bis sie beim gewünschten Empfänger ankommen. Auf die technische Funktionsweise möchte ich in diesem Artikel nicht näher eingehen. Um es einfach zu halten: es ist zwar gut, wenn man als Lightning Benutzer mit seiner Node (Wallet) mit möglichst gut verbundenen, anderen Nodes einen Kanal geöffnet hat. Doch ist das nicht zwingend notwendig und wird leider zur Zeit in vielen Berichten und Videos falsch dargestellt. Es reicht nämlich vollkommen aus, mit nur einer einzigen, gut verbundenen Node einen aktiven Kanal zu haben, und kann damit so gut wie jede andere Node im Netzwerk sehen und bezahlen. Das funktioniert solange, wie ein Grossteil der Nodes mehrere gute Verbindungen hat, und es ist davon auszugehen, das dies der Fall sein wird.

Lightning auszuprobieren ist übrigens ganz einfach und auch für den Laien mit wenigen Klicks erfahrbar. Ich habe einige LN-Apps / Wallets getestet und kann das ZAP Wallet von Jack Mallers wärmstens empfehlen. Nach dem Installieren dauert es etwas, um zu synchronisieren, da jedoch nicht die komplette Blockchain geladen wird, geht es je nach Computergeschwindigkeit recht fix (30 – 90 min). Man kann sich dann hier https://testnet.manu.backend.hamburg ein paar Testcoins auf sein ZAP Wallet schicken, und mit jemandem einen Kanal öffnen, um dann z.B. hier einen virtuellen Test-Kaffe per Lightning zu kaufen. Eine ausführliche Anleitung folgt noch.

Man muss einfach verstehen, das wir uns mit dem Lightning Netzwerk und den damit funktionierenden Apps noch ganz am Anfang befinden, und wir können auf viele interessante und ausgetüffelte Erfindungen gespannt sein, die 2018 und in den folgenden Jahren auf den Markt kommen werden. Die rasant ansteigende Zahl von Lightning Nodes zeigt uns schon heute, das Bitcoin schnell wächst und mit grossen Schritten der Zukunft entgegen schreitet.

Bilderquelle: http://lnstat.ideoflux.com:3000/dashboard/db/lightning-network?refresh=5m&orgId=1&from=now%2Fy&to=now

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