Neu in Bitcoin und Krypto ? Frustriert, überwältigt oder genervt ?

Die meisten Menschen, die zum ersten Mal von Bitcoin hören, stehen vor einer grossen Hürde. Ich habe sogar einige IT Profis getroffen, denen es ähnlich erging. Alles ist neu und anders. Es gibt viel neues zu lernen und zu verstehen, und die Gefahr, zu schnell in Konzepten wie „alles klar, ich weiss was Bitcoin ist und wie’s funktioniert“ zu verfallen ist gross. Doch es dauert selbst für Profis eine ganze Weile, das ganze Ausmass dieser Erfindung zu begreifen. Denn Bitcoin ist soviel mehr als nur eine technologische Erfindung. Zuerst das, aber vor allem ist Bitcoin Crypto Anarchie, und die gesellschaftlichen Auswirkungen können wir vorerst nur erahnen. Eines ist klar: Wer sich mit Bitcoin & Co. beschäftigt, investiert diese Zeit in seine finanzielle Weiterbildung. Eine gute Investition, von der auch die nachfolgenden Generationen profitieren können. Mit Bitcoin haben wir ein neues, von Staaten und Banken unabhängiges  Finanzsystem bekommen, und das müssen wir erst lernen.

Ich möchte hier die größten Frustrationen und Ärgernisse auflisten, die uns beim Betreten der Krypto-Szene begegnen können. Je nach Bildungsstand und Erfahrung treffen gewiss nicht alle Punkte auf jeden zu, doch schaut selbst, was euch bekannt vorkommt.

 

  1. Zu viele Fachbegriffe. Viele auf Englisch. Wallets, SHA256, Transaktionen, Mining, Bestätigungen, Seed, Fee, UTXO, Master Key, Private Key, Lightning, Forks, Mempool, ICOs . Um nur einige zu nennen. Das übliche Problem in der IT, das manche Begriffe übersetzt werden, und manche nicht, macht es auch nicht leichter. Wer sich mit dem Traden, also dem Handel beschäftigt, bekommt es zudem noch mit Begriffen aus der Finanzwelt zu tun. Bid, Ask, Spread, Offer, Marketcap u.v.m.
  2. Zu viele Coins. Und jetzt auch noch Forks. Bitcoin. Bitcoin Core, Bitcoin Gold, Bitcoin Dark, Bitcoin Cash, Litecoin, Dogecoin, und wer länger durch die Liste der Altcoins stöbert, trifft auf exotische Erfindungen wie Feathercoin, Pinkcoin, Tit und Fuckcoin. In der Krypto-Szene werden alle Altcoins, also Alternativen zu Bitcoin, schlicht und einfach Shitcoins genannt. Unter anderem, weil die meisten der über 1500 Kryptowährungen, die nach Bitcoin entstanden sind, entweder Kopien von Bitcoin sind, oder Betrugs-Maschen, sogenannte Scams, oder Scam-Coins. Man sagt, das höchstens 10% aller Shitcoins legitime Projekte sind, die tatsächlich Innovation und aktive Developer mit sich bringen. Der Rest sind „Get rich quick“ Methoden, an denen sich die Erfinder bereichern wollen. Vom Ansturm der ICOs, die die Krypto-Szene überfluten, fange ich an dieser Stelle gar nicht erst an. Im August 2017 wurden 70 ICO angekündigt, also potentiell 70 neue Coins.
  3. Zu grossen Anspruch an den User ? … Ja, stimmt das so ? „Be your own bank“ liest man oft. Sei deine eigene Bank. Was vielen Anfänger aufgrund mangelnder Aufklärung leider nicht bewusst ist, das mit den Freiheiten, als Bitcoin Besitzer seine eigene Bank zu sein, auch die Pflichten und Verantwortung einer Bank mit sich kommen. Das bedeutet, man ist selbständig und völlig allein für die Sicherheit seiner Coins verantwortlich. Das gilt zum einen für die langfristige, zuverlässige sichere Aufbewahrung, für manche „bis zur Rente!“. Zum Anderen beim täglichen Gebrauch. Denn wenn was schiefläuft oder gestohlen wird, gibt es niemanden, an den man sich wenden kann. Das bringt ein dezentrales System ohne Firmensitz, Büro, Kundenservice oder Hotline mit sich. Es gibt niemanden. Klar ist hier die Community, die bei technischen Hürden mit grossem Enthusiasmus Hilfe anbietet, doch bei falscher Handhabung, was so ein kleiner Fehler wie das Senden zu einer falschen Adresse sein kann, kann niemand etwas machen. Bitcoin Transaktionen sind unumkehrbar.
  4. Rasanter Fortschritt. Wer soll da noch mithalten ? Grade in der Krypto-Szene spürt  man, wie schnell Veränderungen Einzug halten. Mithalten mit allem, was da so passiert, kann man als Einzelperson gar nicht mehr. Allein mit Bitcoin auf dem neusten Stand zu bleiben, hält einen schon ganz schön auf Trab. Und es kostet jede Menge Zeit. Die richtige, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Informationsquellen zu finden, bzw. sich den richtigen Mix zusammenzustellen, ist gar nicht so einfach.
  5. Verlorene Coins. Mangelnde Sicherheit, Flüchtigkeitsfehler, Schadsoftware, Diebstahl … sie sind weg, und es passiert selbst erfahrenen Usern, wenn man nicht aufpasst.
    Nur durch einen fest vorgegebenen Prozess und 100% Achtsamkeit kann man solch einen Verlust vermeiden. Einen ausführlichen Artikel zu Coin-Sicherheit wird es in Kürze geben.
  6. Gekidnappte Coins auf Exchanges, oder Web-Wallets gefangen gehalten, weil der Account eingeforen oder das Abheben plötzlich blockiert ist. Wegen technischer Probleme oder neuen KYC (Know Your Customer) Bestimmungen. Not your keys, not your coins. Steckengebliebene Transaktionen, oft beim deponieren von Coins auf einem Exchange, sind keine Seltenheit. Dann heisst es, den Support anschreiben, und seit Frühling 2017 und dem Crypto-Boom alle Kundenservices überlastet sind, heisst das lange Wartezeiten ausharren.
  7. Zum falschen Zeitpunkt ge- oder verkauft !! Sowohl Trader als auch Investoren kennen dies nur zu gut. Hodler haben damit weniger Probleme, Denn die sammeln einfach möglichst viele Bitcoin oder Altcoins an und stellen sich auf eine lange Haltezeit ein. Deswegen rate ich den meisten Investoren, Bitcoin regelmäßig in kleinen Beträgen zu kaufen, z.B. monatlich oder wöchentlich. Damit erhält man einen guten Durchschnittspreis (Dollar Cost Average).

Wenn du unter einem oder mehreren dieser Punkte leidest, und Hilfe benötigst, schreib mich einfach an. Eine kurze Email an bjoern @experience-bitcoin.de genügt und wir können eine Termin ausmachen.

Die Liste ist noch nicht vollständig und ich gehe im Folgeartikel auf weitere Hürden ein, die uns begegnen können, wenn wir uns mit Bitcoin und Altcoins befassen.

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