dICO: Blocnation startet weltweit ersten dezentralen ICO auf Komodoplatform

Update 16.04.: Der dICO wurde auf den 03. Mai 2018 verschoben, da es bei Komodo ein Sicherheitsupdate gab, und einige Exchanges dies nicht rechtzeitig einspielen können

Am 17. April 2018 ist es soweit: Blocnationstartet den 1. dezentralen ICO. In Zusammenarbeit mit Pouchnation, ein in Südost-Asien tätiges Eventmanagement Unternehmen, hält Blocnation einen dICO ab. Pouchnation gibt es bereits seit 2012 und organisiert erfolgreich Musikfestivals im asiatischen Raum. Ein Armband zum Bezahlen per Krypto-Tokens soll die erste Blockchain Anwendung werden, und auch Tickets sollen mit Crypto gekauft werden können. Blocnation startet als eigene Blockchain auf der Komodo Platform, profitiert somit also von der Sicherheit der Komodo-Blockchain, die wiederum mit der Sicherheit der Bitcoin Blockchain betrieben wird.

 

 

Üblicherweise wird ein ICO mit einer einzigen, zentralen Instanz durchgeführt, also eine Firma, die eine Webseite auf einem Server betreibt. Die eingezahlten Anlagen, üblicherweise Kryptowährungen wie BTC oder ETH, werden in einem einzigen Wallet gehalten, oftmals für längere Zeit und die Tokens später dann verteilt. Diese Zeiten sind vorbei. Komodo hat einiges zu bieten, und Teil des Angebots ist eine dezentrale ICO Platform. Funds sind nicht mehr in einer einzigen Wallet gespeichert, sondern über mehrere Server verteilt. Der ICO Betreiber kann bis zu 100 Server bestimmen. Das hat verschiedene Effekte und sorgt unter anderem für mehr Sicherheit.

Wir haben alle letztes Jahr mit Erstaunen beobachten können, wie ICOs innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren, und viele Investoren nicht am ICO teilnehmen konnten. Die verfügbaren Tokens waren innerhalb weniger Stunden, und manchmal in Minuten, vergriffen. Wir erinnern uns an den BAT ICO, der Token des Brave Browsers, der in gerade mal 30 Sekunden 30 Millionen USD einbrachte. Wale, also Grossinvestoren, schnappten hier dem Otto-Normal-Verbraucher/Investor die Tokens vor der Nase weg. Chancen hatte man da keine.

Da die dICO Tokens auf mehrere Server verteilt sind, besteht nun viel mehr Chancengleichheit, und für Grossinvestoren ist es jetzt nahezu unmöglich, sich die meisten Tokens des ICOs als erste unter den Nagel zu reissen. Dies wäre nur mit einer extrem gut koordinierten, wohl organisierten Aktion möglich, und laut Komodo Team technisch sehr schwierig. Denn in einem dICO kann der Aussteller des ICO festlegen, das nicht alle Coins auf einmal zum Verkauf stehen, sondern die Ausgabe staffeln, zB. jeweils 25% auf vier Wochen verteilt.

Es gibt noch mehr Besonderheiten. Denn ein weiterer Grund, warum ich über dieses Komodo Projekt berichte ist, dass Komodo mit den BNTN Tokens von Blocnation zum ersten Mal seine Atomic-Swaps Technologie in einem aktiven Projekt zur Schau stellen kann. Man kann BNTN Tokens während des ICOs dann mit verschiedenen Coins kaufen, darunter BTC, KMD, LTC und QTUM. Ich zahle also zB. BTC ein und mittels Atomic-Swap werden die Bitcoins dann automatisch in BNTN umgetauscht. Praktisch gesehen heisst das, das man seine ICO Tokens unmittelbar nach der Bezahlung erhält, denn die eingezahlten Coins werden sofort per Atomic Swap getauscht und landen im eigenem Wallet, sobald der Vorgang abgeschlossen ist (kann ein paar Stunden dauern).

Später soll auch die Blocnation App Atomic Swaps anbieten und das ist schon ein ziemlicher Fortschritt für die Blockchain Welt. (Update: BNTN App wurde mit Atomic Swap Funtkion veröffentlicht) Verschiedene Coins erhalten dadurch bildlich gesprochen die Funktion von “Payment-Channels” (Bezahlkanälen). Verschiedene Ecosysteme und ihre Blockchains werden verbunden und sind fähig, auf Protokollebene miteinander zu kommunizieren. Warum nennt man die Coins in diesem Zusammenhang “Payment-Channels” ? Um meine BNTN Tokens zu kaufen, ist die “Identität” des Krypto -Coins, also der Währung, die ich benutzen möchte, nicht so wichtig, sondern ich wähle die Coin lediglich als Bezahlkanal. Über diesen Kanal wird mittels des Atomic-Swaps die Währung aus meinem Wallet quasi reibungslos in einen anderen Token getauscht, den ich dann auch sofort nutzen kann. Umgekehrt funktioniert es natürlich genauso. Blocnation Tokens können jederzeit in eine der teilnehmenden Währungen zurückgetauscht werden. Und das alles automatisch, ohne Registrierung oder Exchange dazwischen. Shapeshift ohne Shapeshift.

Ein wichtiges Detail, wie ein Atomic Swap abläuft ist, das beide der zu tauschenden Coins sich im Prinzip gleichzeitig bewegen, und der Tausch entweder komplett und vollständig stattfindet, oder gar nicht. Beide Tauschparteien erhalten Ihre Coins. Geht was schief, erhält man sein Geld zurück. Kurze Animation, wie der Atomic Swap abläuft : https://www.youtube.com/watch?v=PeavTHz8LSA

Last but not least: Investieren in den dICO läuft anonym ab, also ohne seine Identität mit den üblichen KYC-Lade-deinen-Ausweis-hoch-Ritualen preisgeben zu müssen. Das ist im Zuge der Dezentralisierung von ICOs ein grosser Schritt. Ich gehe auch davon aus, das obwohl der Gedanke zunächst etwas sensationell klingt, der ICO eines z.B. aus Deutschland kommenden Unternehmens nicht anonym abgehalten werden kann, da Geldwäschegesetze ja nicht davon abhängig sind, über welche Platform Kapital gesammelt wird. Diesen Punkt muss ich allerdings noch genauer recherchieren und komme ein andermal darauf zurück. Doch bei einer dezentralen Organisation sieht dies natürlich anders aus. Mir kommen z.B. sofort OpenSource Projekte in den Sinn, die oft dezentral sind, also auch in keinem bestimmten Land registriert. Ein dICO würde in diesem Fall keine KYC (Know Your Customer) Bestimmungen einhalten müssen.

 

 

Komodo benutzt die sogenannte “Delayed-Proof-of-Work” Konsensus-Methode, weshalb das Projekt hier bei eXperience Bitcoin auch immer wieder mal beleuchtet wird. Denn Komodo hat nicht nur Proof-of-Stake als Konsensus Mechanismus, sondern ist gleichzeitig auch mit der Bitcoin Blockchain quasi “verzahnt” und erhält dadurch die gleiche Sicherheit wie die Bitcoin Blockchain. Das heisst auch, das die Arbeit und Energie, die in die Bitcoin Blockchain hineingesteckt wird (Hashpower), gleichzeitig auch der Komodoplatform zugute kommt. Ich denke es ist fair zu sagen, das Bitcoin dadurch wirtschaftlicher wird. Vielleicht werden in Zukunft andere Blockchains eine ähnliche Symbiose mit Bitcoin eingehen. Komodo jedenfalls bleibt ein spannendes Projekt, und wenn der Blocnation dICO ein Erfolg wird, könnte der ICO Wahn von 2017 dieses Jahr eine völlig neue Dimension annehmen. Marktanalysten erwarten sowieso keinen Rückgang der ICO-Investitionsfreude in 2018, und eine dezentrale ICO Platform profitiert natürlich auch von diesem Hype.

Zum Abschluss noch ein persönlicher Kommentar: Den dICO von Blocnation finde ich technisch einfach sehr interessant und wollte deswegen einen ausführlichen Artikel dazu schreiben. Zumal handelt es sich bei Pouchnation um eine bereits etablierte Firma mit echtem Produkt. Somit liegt hier meines Erachtens im Vergleich zur Masse der ICOs ein solides Projekt vor, das weitaus grössere Chancen und weniger Risiko zeigt, als so manches ICO Projekt, das nicht viel mehr als eine Webseite und ein Whitepaper vorzuweisen hat.

Aktuelle Infos zum dICO gibt es auf blocnation.iound in der offiziellen Telegram Gruppe.

Auf DexStats findet man eine Übersicht der dICOs, bisher sind insgesammt sechs fest in der Planung.

 


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar! DYOR — Du musst selbst recherchieren!

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